„Gott segne unser Land“

Der nun ehemalige Bundespräsident Horst Köhler hat sich am 31. Mai aus dem Amt verabschiedet. Was von seinen Jahren bleibt, wird die Zukunft zeigen. Er wollte unbequem sein. Das war er auch. Manche sagen ihm nach: er war auch unberechenbar. Er wurde ein „Bürgerpräsident“, geachtet und geschätzt von den Leuten im Lande. Gelegentlich sprach er aus, was das Volk hören wollte. Warum nicht?

Was von Horst Köhler bleibt? Vielleicht dieses Wort vom Ende seiner Antrittsrede damals mit der Bitte „Gott segne unser Land!“. Dieser Satz soll nicht in einem Manuskript gestanden haben, er stammte nicht aus einem politisch korrekten Redetext, er kam aus dem Herzen. Er sprach aus, was ihm in dem Moment am Herzen lag: Die Bitte um Gottes Segen für unser Land. Das hat so vor ihm keiner in diesem Amt gesagt, ist auch nicht vom einem Bischof bekannt. „Gott segne unser Land“ – das hat Köhler gesagt, gehofft, geglaubt.

Aus seinem Herzen kamen die anstößigen Sätze im Radio-Interview beim Rückflug aus China via Afghanistan, wenig diplomatisch, politisch nicht präzise, vielleicht sogar völkerrechtlich bedenklich. Aber er hat sie so gesagt, Worte aus dem Herzen. Und aus diesem Herzen kamen die Gedanken zum raschen und überraschenden Rücktritt. Politisch falsch, terminlich falsch, in der Art und Weise falsch – all das wird derzeit in den Medien bewegt. Kann sein.

Richtig war und bleibt die herzliche Bitte: „Gott segne unser Land“. Genau in dem Sinne machen wir weiter, auch nach dem Rücktritt.

 

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